Leben Nr. 2, rückstandslos froh!.

Interviews

„Morgen habe ich noch Ferien, aber ich will ein Schulprojekt fertigmachen. „Existentielle Bildwelten“, Thema Phantasie,12 Bilder auf Basis Punkt, Linie und Fläche.“

Jenny K., 22 J., 9. Klasse Fachoberschule für Gestaltung (FOS), Fachabitur 2016 in Aussicht. „Danach möchte ich was Soziales studieren, dafür stehe ich morgens gerne auf.“

Jetzt also das Leben Nr. 2.

Clean seit 2 Jahren, nach Klinik, Therapien, Adaptionsphase, zufrieden in einer betreuten WG seit Ende 2013.

Es ist das Gegenteil des Lebens Nr. 1: 12jährig begonnen zu kiffen und zu trinken, mit 13 zur Freundin gezogen, später, in einer eigenen Wohnung „Zeit und Raum verloren“. „Aber ich war eine gute Schülerin, oft Klassenbeste, hab nur gemogelt, damit die Anderen dächten, ich sei eine Streberin. Die sinnlosen Spickzettel habe ich noch. Und einen Schulabschlußpullover, schwarz, hinten mit einem grünen Hanfblatt“ – reiner Zynismus. Ich wollte richtig böse sein.“

Später Praktika, vor allem in Bereichen, wo es auf Kreativität und Handfertigkeit ankommt.

„An der FOS kann ich selbst entscheiden, was ich lernen will, wunderbar. Diese produktive Freiheit künstlerisch zu arbeiten! Eine eigene Werkstatt wäre ein Traum.“

„Meine Freunde sind alle über 30, ich fühle mich sicher mit ihnen und angenommen. Da komme ich zur Ruhe, zu Gedanken. Ich mag eine ruhige Atmosphäre z. B. in der Bibliothek ein bisschen rumzulesen. Weihnachten kann ich seit 3 Jahren auch wieder aushalten.“

„Seit einem guten (!) Jahr bin ich bei der Wilden Bühne. Da möchte ich aber mal die Furie spielen und bei Improvisationen so richtig die Sau rauslassen! Ich bin nämlich nicht einfach nur nett.“