„Ich könnte meine Waschmaschine abknutschen!“.

Interviews

Sergej G., 33, seit 1992 in Deutschland, seit 2 Jahren bei der Wilden Bühne. „Es ist die innere Selbständigkeit, auch Unabhängigkeit, die ich mir wünsche. Mich zu zeigen mit dem was ich bin und werden will! Ich sage das als Süchtiger auf dem Wege der Genesung.“

Genesung ist Technikbegeisterung, Gitarre spielen, Angeln, Tanzen, Sport. Und die Wilde Bühne als Gruppe, Geborgenheit. Und die Natur. Und der Luxus „kein Holz schlagen zu müssen, wenn ich es warm haben will.“ Genesung sind auch begeisterte braungrüne Augen.

„Zu meinen Eltern gab es nicht immer das, was man Beziehung nennt. Meine Freunde suche ich mir sorgfältig aus, außerhalb der Wilden Bühne, es ist ein sehr enger Kreis. Ich bin so dankbar, dass ich bei der Wilden Bühne Menschen getroffen habe.“

Sergej G. hat einen Arbeitsvertrag, Schwerpunktthema Suchtprävention, beim Bremer Landesinstitut für Schule, eine Einrichtung für LehrerInnenfortbildung. Er lernt an der Akademie für Arbeit und Politik, Ziel Hochschulreife.

„Meine Lieblingsrolle bei der Wilden Bühne ist die des Leonardo, aus „Sturz ins Leben“. Leonardo ist an einem Tiefpunkt angekommen, das entspricht meinem eigenen Lebensweg. Aber ich würde auch gern mal das Arschloch spielen, aus „17 ½ Minuten Kalte Wut“.
„Und meine Waschmaschine könnte ich abknutschen, wenn ich so sehe, was Technik alles kann und wie sie hilft.“