„Das Leben ist zu kurz für Missgunst!“.

Interviews

Es heißt, nach drei Umzügen sei man wie einmal abgebrannt. Demnach hätte Detlef A. vier Mal eine Feuersbrunst ertragen, dreizehn Mal hatte er bisher seinen Wohnort zu wechseln, vielleicht müssen. Jetzt, mit 41 Jahren, soll Schluss mit dieser beklemmenden Touristik sein. Um seiner selbst willen, aber auch sein Lieblingsgegenstand, der Siebzigerjahressessel, soll stehen bleiben wo er hingestellt wurde.

Nach Stationen wie Wilhelmshaven, Wolfsburg, Oldenburg nun Bremen. Clean seit 16 Monaten, Therapien, Adaption, eigene kleine Wohnung. „Ich bin meist bei meiner Freundin, sie kocht wunderbar, gemeinsam essen, sprechen, Verlässlichkeit. Dieses Zusammengehörigkeitsgefühl ist etwas ganz Neues.“

Realschulabschluss, Kinderpfleger, Ausbildung als Koch abgebrochen, „Damals dachte ich, ich müsste immer alles hinnehmen. Was für ein Irrtum!“. Abitur und 2. Bildungsweg, der Antrag auf Umschulung zum Veranstaltungskaufmann für den Kulturbereich ist unterwegs.

„Bevor ich etwas anfing wollte ich immer wissen, ob ich Talent habe. Jetzt erlaube ich mir daran zu arbeiten, wenn ich etwas können will, z. B. Gitarre spielen.“

Oder Schreiben. „Ich schreibe viel. Seit 13 Jahren Tagebuch, Gedanken, Gefühle. Und seit einem Jahr Kurzgeschichten, bin gern in der Nähe der Phantasie, der Utopien. Vielleicht kann ich mal Texte und Melodien zueinander bringen.“

Oder Theater spielen. „Die Rolle des „prekären“ Vaters in „17 ½ Minuten kalte Wut“ hat mich einiges gelehrt, z.B. die Trennung von Rolle und Privatheit. Und den dazugehörenden Gefühlen. Bei der Wilden Bühne will ich ein Teil des Ganzen sein. Bei Aufführungen bin ich inzwischen weniger aufgeregt, Leichtigkeit, Handwerkszeug, da fehlt mir was.“

„Morgen Nacht würde ich gern schwimmen gehen, in einem See, ein grenzenloses Dasein!“